Zu Besuch im Shoah-Business: Gedenkstättenfahrten mit den Falken

27.05.
18:00 - 20:00

Zuhause

Link zur Veranstaltung

Als sozialistischer Jugendverband setzen sich die Falken bereits sehr lange kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinander. Dabei gehörten sie nach 1945 auch zu den ersten Organisationen, die Fahrten an historische Orte der Naziverbrechen, wie z. B. ehemalige Konzentrationslager, unternahmen, um dort der Opfer zu gedenken. In einer Zeit, in der die von Täter*innen durchsetzte deutsche Gesellschaft mehrheitlich kein Interesse an einer Aufarbeitung ihrer jüngsten Vergangenheit hatte, übten die Falken mit ihren Gedenkstättenfahrten praktische Kritik an diesem Umgang mit dem Nationalsozialismus. Orte ehemaliger Lager oder Vernichtungszentren aufzusuchen bedeutete in der jungen Bundesrepublik, sich damit weit außerhalb des gesellschaftlichen Mainstreams zu positionieren und in einer vom Wunsch nach Vergessen und einem „Schlussstrich“ geprägten Gesellschaft den Finger immer wieder in die Wunde der Vergangenheit zu legen.
Heute befinden wir uns in einer ganz anderen Situation: Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus gehört in Deutschland längst zur Staatsraison, aus den zunächst vergessenen historischen Tatorten sind institutionalisierte Gedenkstätten – sogenannte „Lernorte“ – geworden. Wir finden dort staatlich finanzierte Museen, in denen uns professionelle Historiker*innen und Pädagog*innen kein Detail der Verbrechen mehr verschweigen. Der Besuch einer Gedenkstätte stellt an sich lange keine kritische Intervention mehr dar, denn über den Nationalsozialismus zu sprechen ist nicht mehr tabu. Vielmehr reiht man sich damit ein in eine Masse von Schulklassen, Jugendverbänden oder Individualtourist*innen, die jedes Jahr diese Orte bevölkern. Gedenkstätten, die wir heute besuchen, sind Orte staatsbürgerlicher Erziehung. Was dies für uns als Sozialist*innen bedeutet und was wir deshalb wissen und bedenken sollten, bevor wir uns auf den Weg nach Auschwitz, Buchenwald oder Majdanek machen, soll Gegenstand des Vortrags sein.

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Die Veranstaltung findet bei GoToMeeting statt:
https://global.gotomeeting.com/join/713730749

Sie können sich auch über ein Telefon einwählen.
(Bei Geräten, die diese Funktion unterstützen, ist die sofortige Teilnahme über eine der unten aufgeführten Direktwahlnummern möglich.)
Deutschland: +49 721 9881 4161
– Direktwahl: tel:+4972198814161,,713730749#
Zugangscode: 713-730-749

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