18:00 - 20:00
Club Commune, Kassel
Eine Veranstaltung der 4-Stunden-Liga Kassel, unterstützt durch Arbeit und Leben/DGB Hessen
Utopie beginnt mit der kritischen Negation ihrer Zeit. Insofern ist es kein Wunder, dass Arbeit hier immer eine große Rolle gespielt hat: Ob nun die Utopier im Roman Utopia von 1516 nur noch 6 Stunden am Tag arbeiten, weil sie vernünftig planen, oder Teilnehmenden an der Siedlungsutopie New Harmony 1825 Arbeitsersparnis durch Kooperation versprochen wurde. Aber gehen nicht spätere Ideen über attraktive Arbeit noch darüber hinaus? In diesem Zusammenhang ist zu bedenken, dass wir es bei heutigen Zukunftsutopien einerseits nicht mehr mit Insellösungen zu tun haben und andererseits angesichts des ökologischen Desasters unserer Zeit auch unerfreuliche Aufräumarbeit ansteht. Im Vortrag wird daher argumentiert, dass auch die geringere Quantität von Arbeit in eine utopische Qualität umschlagen kann, wenn auch Zeit für Care, Beratung, Kultur und Muße mitbedacht wird. Darüber wird an diesem Abend vorgetragen und diskutiert werden.
Dr. Alexander Neupert ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt ‘Vom Autoritarismus zur Utopie?’ in Karlsruhe. Von ihm erschienen 2015 das Buch ‘Utopie’, 2018 der Sammelband ‘Konkrete Utopien’ und 2022 eine Einführung zum ‘Ökosozialismus’, in der es auch um Zeitwohlstand geht.