Heute vor 91 Jahren: Verhaftungswelle gegen Antifaschisten

Am 23. Juli 1935 wurden 20 Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) durch die Gestapo verhaftet. Sie waren führend im Untergrund aktiv und organisierten in Kassel den Widerstand gegen die Nazis. Bereits nach dem KPD-Verbot 1933 waren Tausende Parteimitglieder im ganzen Reich inhaftiert worden. Von 1933 bis 1945 wurden 416 Kasseler Kommunist:innen durchschnittlich 3,2 Jahre lang in Haft genommen.

Mit der Juli-Aktion wurden große Teile der neu aufgebauten illegalen KPD in der Stadt zerstört. Die Inhaftierten wurden ins Gestapo-Zentrale am Königstor gebracht und gefoltert. Für viele folgte ein langer Leidensweg durch Konzentrationslager. Einige wie Justus Krug starben bereits in den Folgetagen. Andere wie Kurt Finkenstein und Paula Lohagen wurden nach zahlreichen Folterstationen in Auschwitz ermordet.

In einer Gedenkanzeige für die Antifaschisten heißt es: „Wir senken die Fahne! Euer Tod sei uns Mahnung, zu arbeiten und zu kämpfen.”