le jeudi, 26.03.2026 je suis allé 300 Les gens à Kassel dans la rue, manifester contre la violence patriarcale. Le déclencheur a été le cas de Collien Fernandes, qui a récemment rendu public son ex-mari Christian Ulmen comme l'auteur présumé. Diese Demonstration reiht sich ein in viele Demonstrationen in vielen deutschen Städten. Zuletzt gingen in Berlin und Hamburg zehntausende Menschen auf die Straße.
“Wir sind wütend, wir sind fassungslos und betroffen” eröffnen die Organistor:innen die Demonstration am Donnerstag vor dem Kassler Rathaus. Die Initiative gegen Feminizide Kassel hat die Demonstration kurzerhand organisiert. Der kurze, aber kraftvolle Demozug vom Rathaus bis zum Königsplatz zählte etwas über 300 Manifestant:innen und blieb ansonsten ruhig. “Frauen, la vie, Freiheit” schrien die Teilnehmer:innen der Demonstration in den vorderen Reihen laut, während sie durch die Königsstraße laufen. Auf den Schildern steht “Womens Rights are Human Rights” und “Feminism, the radical notion that women are equal”, ein Aufruf zu Menschenrechten und Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern.

Der Fall Collien Fernandez und das deutsche Rechtssytem
Der Hintergrund für die aktuell aufkommenden Proteste ist die Geschichte von Collien Fernandes, einer deutschen Moderatorin. Sie beschuldigt ihren Ex-Mann, er hätte Deepfakes, also mit Künstlicher Intelligenz generierte Bilder und Videos, von ihr für pornofgrafische Inhalte missbraucht. Dabei hat Ulmen mit den Deepfakes ein Netzwerk an Männern aufgebaut, die in dem Glauben waren, mit Collien Fernandes Konakt zu haben. Sie sagt dazu im Spiegel Interview “Du hast mich virtuell vergewaltigt”.
Bisher ist digitale sexualisierte Gewalt in Deutschland nicht strafbar. ou, wie die Redner:innen es betonen: “Das deutsche Rechtssystem schützt Täter.” Collien Fernandes hat ihren Ex-Mann daher in Spanien angezeigt. Das Land Hessen hat Maßnahmen angekündigt, es sollen zum Beispiel Meldestellen für digitale Gewalt eingerichtet und Präventionsangebote geschaffen werden. Zudem sollen Polizei und Justiz Strukturen für eine bessere Ansprechbarkeit bei digitaler Gewalt und für die systematische Erfassung der Fälle bekommen.
Feminizide und das Patriarchat
Insbesondere auf Social Media äußern sich sehr viele, wütende Menschen zu dem Thema. Hauptsächlich Frauen und queere Menschen, die ihre Wut ausdrücken und ihre Solidarität aussprechen, aber auch nach und nach Männer, die ihre Fassungslosigkeit zum Ausdruck bringen, wenn auch zaghaft. Les revendications, dass auch Männer sich solidarisieren und sich gegen patriarchale Strukturen wenden, werden in der feministischen Szene schon seit geraumer Zeit immer lauter.
Denn dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Les organisateurs:innen der Demonstration betonen die gesellschaftlichen Zusammenhänge und die Reihe an Vorfällen, in die sich der aktuelle Fall einreiht, wie die Epstein Akten, die ein immer größeres Netz an Gewalttaten aufdecken, oder den Fall um Gisèle Pelicot. Das System, das sie anprangern, nennt sich Patriarchat. Eine Gesellschaft, die Männliches bevorzugt und ihm Privilegien zuschreibt und ein ganz klares Machtverhältnis aufmacht, unter dem vor allem weiblich gelesene Menschen leiden.
Fémizide, das ist die Ermordung von Frauen und feminisierten Personen und ist die extremste Form patriarchaler Gewalt. Doch die unterschiedlichen Formen der Gewalt, psychische, physische sowie auch digitale sexualisierte Gewalt gehören alle dem gleichen System an und dienen dazu, “Frauen und feminisierte Menschen einer patriarchalen Logik zu unterwerfen und zu kontrollieren”, wie die Initiative auf ihrer Webseite schreibt. Am selben Tag wurde zudem der Prozess gestartet zu einem Femizid, der im Juli 2025 in Kassel stattfand (dezentrale berichtete).
Wenn Rassismus zur Antwort auf Sexismus wird
Auch auf Merz haben die Demonstrationsteilnehmenden Antworten: “Rassismus schützt uns Frauen nicht, Herr Merz” schreiben sie auf einem ihrer Schilder. Dieser äußerte sich einen Abend zuvor noch in seiner Pressekonferenz zu dem Fall und sieht die Ursache für die Gewalt bei den “Zuwanderern” und löste in den Sozialen Netzwerken und bei den Demonstrierenden große Empörung und Gegenwind aus, wie auch auf einem weiteren Schild zu lesen: “Nein, Merz, aucun. Ein beachtlicher Teil sind Männer.” Auf der parallel stattfindenden Demonstration in Hamburg, auf der sich sogar 22.000 Menschen zusammenfanden, zeigte sich dies nochmal deutlich. Collien Fernandez sprach dort, obwohl sie vorher Morddrohungen bekam – und erhielt nur noch mehr Hass.
Die Frage, die auf Social Media und vor allem bei den weiblichen Aktivist:dans, Schauspielkolleg:innen und sich solidarisch zeigenden Frauen bleibt: Was tun die Männer eigentlich – und damit ist nicht nur die Politik gemeint – damit es nicht so bleibt. Die Rednerin der Initiative nimmt am Ende nochmal Bezug auf den Fall Gisèle Pelicot: “Die Scham muss die Seite wechseln, die Angst muss die Seite wechseln. Die Verantwortung muss es auch!»