Heute vor 58 Jahren
Protest in Kassel gegen Notstandsgesetze
Am 29. Mai 1968 kam es zu Protesten gegen die Kommandeurstagung in Kassel. Knapp 1000 Schüler:innen und Student:innen versuchten, die Konferenz der Militärelite Westdeutschlands zu stören. Die Konferenz fand vom 28. bis zum 30. Mai und somit unmittelbar vor der Einführung der neuen Notstandsgesetze in der BRD statt.
Vor dem Hintergrund der wachsenden sozialistischen Jugendbewegung wurden die Notgesetze am 30. Mai 1968 beschlossen. Durch sie wurden der Regierung weitreichende Befugnisse zur Aufstandsbekämpfung im “Krisenfall” ermöglicht. Die Jugend befürchtete eine weitere autoritäre Verschiebung des Staates.
Bereits im Januar 1968 gingen in Kassel 3000 Personen gegen die Grundgesetzänderung auf die Straße. Am 29. Mai entlud sich die Wut der Protestierenden: Sie versuchten, in die Stadthalle zu gelangen und blockierten die anrückenden Limousinen der Offiziere. Zum ersten Mal seit 1945 wurde hier die Bundeswehr gegen Protestierende eingesetzt.