vor 57 Jahren: Mordanschlag auf Kasseler Antifaschisten
Am 16. September 1969 schoss ein Neonazi während einer antifaschistischen Demonstration auf zwei Demonstranten. Der 22-jährige Bernd Lunkewitz und der 19-jährige Michael Hoke wurden getroffen, aber überlebten den Anschlag. Bei dem Täter handelte es sich um den Leibwächter des NPD-Vorsitzenden.
Anschließend flüchtete er in das Wohnhaus des Kasseler NPD-Landtagsabgeordneten Fischer. Die 1964 gegründete faschistische Partei hatte 1966 bei der hessischen Landtagswahl auf Anhieb 7,9% der Stimmen erhalten. Infolgedessen kam es Ende der 1960er zu einer Reihe an antifaschistischen Protesten gegen die wiedererstarkte Rechte und die autoritären Ausnahmegesetze des deutschen Staates.
Am Folgetag des Schussangriffs gingen Hunderte Jugendliche und Arbeiter:innen unter dem Titel “Stoppt den neonazistischen Terror” auf die Straße. Auch der DGB Kassel rief dazu auf, dass sich nun “alle Bürger in einer ständigen Aktion gegen die NPD zusammenfinden müssen.”