In Kassel haben am Montag über 100 Menschen in Solidarität mit der Bevölkerung in Rojava (Nordostsyrien) demonstriert. Auslöser war die Ermordung des 26-jährigen Sîpan Hiznî. Der junge Kurde war Teil der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und wurde am Donnerstag von einer Stammesmiliz entführt und vor laufender Kamera hingerichtet.
Daraufhin brachen in Kobanê Proteste aus, die von Sicherheitskräften der syrischen Übergangsregierung (HTS) niedergeschlagen wurden. Teile der Protestierenden wurden inhaftiert. Neun von ihnen kamen nach einem Gefängnisaufstand durch einen Brand ums Leben.
Bei der Kundgebung in Kassel wurden Konsequenzen für die Ermordung von Hiznî und der Schutz der Rechte von Kurd:innen in Syrien gefordert. Bereits im Januar hatten mehrere Tausend Menschen gegen Angriffe der HTS auf die Selbstverwaltung in Rojava demonstriert. Die jüngsten Angriffe fallen in eine kritische Phase des Integrationsprozesses der Selbstverwaltung in den neuen syrischen Staat.