Message: 2019 worrying for anti-group

The antifaschistische Gruppe task aus Kassel hat Anfang August ihren 39-seitigen Jahresbericht vorgelegt. Der Bericht nimmt eine Betrachtung der rechten Strukturen in Kassel im Jahr 2019 vor.

Der Mord an Walter Lübcke hat die politische Agenda des vergangenen Jahres in Kassel geprägt, dies bemerkt man auch bei der Lektüre des nun vorliegenden Berichts. Als Schwerpunkt werden die Vita und Netzwerke der mutmaßlichen Mörder Stephan Ernst und Markus H. beleuchtet und politisch eingeordnet.

Die Gruppe nahm den Mord weiterhin zum Anlass, auch andere rechte Strukturen der Stadt zu thematisieren. Und an denen gibt es nach dem Bericht in Kassel leider keinen Mangel: Das verbotene Combat 18 Netzwerk ist in Kassel aktiv, die Hooliganszene des KSV besteht im Kern aus rechten Aktivisten, die Burschenschaft Germania lädt zu Neonazivorträgen und die Kneipe Nighttime dient als rechtsextremer Treffpunkt.

Rechte Inhalte gesellschaftlich verankert

Die Realität ist eine andere als zu unserem letzten Jahresbericht 2016: Die faschistische Gefahr sichtbarer, bedrohlicher und tödlicher, reaktionäre und rechte Strukturen und Inhalte mehr und mehr gesellschaftlich verankert.

Aus dem Editorial

Aber nicht nur klassische Neonazi-Strukturen stellen laut dem Jahresbericht eine wachsende Gefahr dar. So setzt sich der Bericht auch mit Strukturen des türkisch-islamischen Nationalismus in Kassel auseinander und ein Beitrag beleuchtet christlichen Fundamentalismus vor Ort.

Zentral ist dem Bericht zur Folge auch die Rolle derAlternative für Deutschland”. Sie unterhalte mit ihrem Stimmgewicht Verknüpfungen in nahezu jedes rechte Spektrum und habe auch in Kassel stets versucht, sich als eineBewegungspartei” to establish. Durch die AfD gelinge es verschiedenen rechten Kräften, ihre Inhalte breiter in Kassel zu verankern.

Recherche mit detaillierten Informationen

Auch andere Stellen, die sich in Kassel gegen rechtes Gedankengut engagieren, bestätigen die Inhalte des Jahresberichts. Das Mobile Beratungsteam Hessen (MBT) schätzt die Broschüre auf Nachfrage der Pressestelle als seriös ein:

In unserer Beratungsarbeit kommen wir zu ganz ähnlichen Einschätzungen wie der Bericht der Antifa-Gruppe. Teils beinhalten die Recherchen auch detailliertere Informationen als uns selbst bisher bekannt war.

Bezeichnenderweise geht der Dank am Ende des Berichtes nicht an Behörden oder staatliche Stellen, sondern an jene, die sich durch ihr antifaschistisches Engagement selbst zur Zielscheibe von Neonazis und Ermittlungsbehörden machen.

Währenddessen lässt der hessische Verfassungsschutzbericht für 2019 auf sich warten. Sicher ist jedoch schon vorab, dass kaum eine der relevanten rechten Strukturen Kassels dort in ihrer Gänze abgebildet sein wird. Auch sicher ist, dass jene, die sich gegen faschistische Umtriebe engagieren und schützen, erneut diskreditiert werden.

Der Bericht ist nach Informationen der Gruppe gedruckt im ABC bookstore, Collective Café health spa sowie in der Bar “When Ali” erhältlich und online auf der Homepage der Gruppe visible.